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Manchmal erscheint es Eltern in Trennungssituationen utopisch, auch in der Zukunft miteinander zu kooperieren und ihre Kinder gemeinsam zu erziehen.

Manchmal erscheint es den Begleitern rund um die betreffenden Familien utopisch, die Familien genau darin zu bestärken und zu führen.

Auch die Besteigung des Mount Everests, des höchsten Bergs der Erde (8848 m) galt einmal als utopisch. Heute stehen jährlich ca. 630 Menschen auf seinem Gipfel, und es werden immer mehr. Menschen in unterschiedlichsten Altersstufen, mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und unterschiedlichsten Beweggründen sehen es als reizvolles Ziel an, den Gipfel zu erreichen. Etwa 20 Routen sind inzwischen erschlossen. Die Besteigung selbst ist seit der Erstbesteigung von Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Jahre 1953 durch die Entwicklung technischer Hilfsmittel beständig leichter geworden.

Ob diese Entwicklung sinnvoll ist oder nicht, mag dahin gestellt sein. Zumal bis heute Gefahren für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können.

Doch was hat dies alles mit familiären Krisensituationen zu tun?

Vielleicht ist aus dem, was beim Bergsteigen die Erfolgsaussichten erhöht, etwas abzuleiten für den positiven Ausgang von Konflikten im Trennungs- und Scheidungskontext.

Voraussetzungen einer erfolgreichen Expedition (= Befriedung):

  • ein Bergführer, der sich auskennt, der vertrauenswürdig ist und der ggf. notwendige Entscheidungen trifft zum Wohle seiner „Seilschaft“
  • eine innere Leidenschaft für das Ziel, die es möglich macht, keine Kosten und Mühen zu scheuen
  • die Bereitschaft eines jeden Bergsteigers, sich zu jeder Zeit voll und ganz mit seinen Stärken einzubringen und eigenverantwortlich dafür zu sorgen, dass diese größtmöglich erhalten bleiben
  • die Gewissheit, dass jeder im Team gleich wichtig und fähig ist, das Ziel zu erreichen, auch wenn partiell der Eine den Anderen unterstützen muss
  • das Wissen darum, dass es für alles den richtigen Zeitpunkt gibt
  • die Geduld zur schrittweisen, prozesshaften Annäherung (Akklimatisierung)
  • ein Wetter (Klima), das überhaupt den Aufstieg ermöglicht
  • das Bewusstsein, dass jeder Absturz einer zu viel ist

ABC-Kindesvertretung möchte dabei mithelfen, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in welchem die Grundrechte der Kinder, die natürliche gemeinsame elterliche Verantwortung und der größtmögliche Schutz der Kinder vor Beziehungsabbrüchen außer Frage stehen. Sei es durch Öffentlichkeitsarbeit oder durch notwendige politische Anregungen zu Gesetzesänderungen.

ABC-Kindesvertretung versucht ebenso, die Qualität professioneller „Bergführer“ durch das Kindschaftsrecht zu stärken und auszubauen. Unsere angebotenen Seminare wenden sich dabei sowohl an Verfahrensbeistände und andere Professionen rund um die Familie (Sozialarbeiter-/innen, Rechtsanwälte/-innen, Lehrer-/innen, Richter/-innen uvm.), wie auch an die betroffenen Bindungspersonen eines Kindes.